Filmfest Augsburg 2001

Kino von Morgen
11. Internationales Arbeitstreffen der jungen FilmemacherInnen und der Filmstudenten
28.11. bis 02.12. 2001

Wer sind die Filmemacher von Morgen, was verstehen die jungen FilmemacherInnen unter Kino und wie erzählen sie ihre Geschichten?

Solche Fragen stehen im Blickpunkt des Symposiums „Kino von Morgen“ im Rahmen des Filmfest Augsburg. Internationale FilmstudentInnen und FilmemacherInnen aus Israel, Russland, Lettland, Tschechien, Palästina, Holland und natürlich auch Deutschland treffen sich zu diesem Zweck und präsentierten ihre aktuellen Filmarbeiten.

Regisseure wie Frank Beyer und Gerd Conradt sowie Filmkritiker wie Robert Richter und Irit Neidhardt berichten aus ihrem Erfahrungsschatz über den Film und die Filmkunst. Drei renommierte Filmhochschulen aus Israel und Tschechien präsentieren ihre Filmarbeiten innerhalb des Symposiums und erarbeiten parallel dazu Problemfelder des Filmemachens – und sicher wird dabei der ein oder andere Trick des Filmemachens verraten.

Die Vorträge und Referate finden jeweils 10.30 Uhr und 14.00 Uhr statt. Die Filmvorführungen beginnen um 18.00 Uhr und erstrecken sich bis in die Nacht. Den atmosphärischen Rahmen für alle Veranstaltungen bietet das Capitol am Moritzplatz.

Abraha’m Josef, Aerosomnia,
14 Min., Tschechien 2000
Der Film setzt sich mit dem ewigen Traum des Menschen auseinander, dem Fliegen. Der Regisseur geht einen Schritt weiter und sagt: Wenn wir fliegen, schlafen wir …

Astrida Konstante, The land of the Fire (Ugunszeme),
4,30 Min., Lettland 2001
In Lettland symbolisiert das Element Feuer etwas Mystisches und Rätselhaftes. An vielen lettischen Festtagen nimmt das Feuer deshalb einen großen Platz ein. Insbesondere am Festtag des Johannes („Jaanji“). Die Regisseurin hat sich in ihrem Film auf dieses „Mysterium“ eingelassen.

Astrida Konstante/Surgunte Inga, The songs of Bilitis (Les Chancons de Bilitis),
3,50 Min., Lettland 2001
Der Film basiert auf dem Werk des französischen Dichters Piere Louis, der Liebe als Zärtlichkeit, Leidenschaft und Schönheit interpretiert.

Barchrach Bilha, The Way of the Wadi (Derech ha-Wadi),
26 Min., Israel 2001, Hebr. mit e.U.
Fünf Jahre nach dem Mord an ihrem Sohn erkundet die Mutter, die Filmemacherin selbst, den Tatort Wadi Kelt (Weg zwischen Jericho und Jerusalem). Fasziniert von der mystischen Schönheit des Ortes, reflektiert sie verschiedene Aspekte ihrer Beziehung zu sich und ihrem Sohn.

Beerthius Jasper (Autor anw.), Lüscher This (Regisseur), Mannen (Männer),
17 Min. Holland 2000
Lies und Miriam sind zwei Freundinnen. Lies ist mit Paul zusammen, Miriam ist ein frustrierter Single. Deswegen verspricht ihr Lies innerhalb von 24 Stunden einen Mann für sie zu finden. Sie machen sich auf die Suche nach einem passenden Schönling, doch es kommt anders als beide denken …

Ben Shachar Micha, Newspapers and Flowers (Itonim u-Prachim),
26 Min., Israel 2000, Hebr. mit e.U.
Die junge Krankenschwester Karmel wohnt mit ihrer Kollegin in einer WG; beide sind säkulare Frauen. Karmel lernt den Zeitungsträger Miki kennen, ein junger religiöser Mann, und sie verliebt sich in ihn. Welche Kompromisse können beide eingehen?

Cohen Liat, Hallel (Lobgesang),
22 Min., Israel 2001, Hebr. mit e.U.
Yael Klein, eine verheiratete religiöse Frau, ist in einen Verkehrsunfall mit einem säkularen eines Buchladenbesitzers verwickelt. Es entwickelt sich zwischen beiden eine enge Beziehung, die ihr Zugang zu einer ihr unbekannten Welt von Büchern und Poesie verschafft.

Dirr Andreas/Kirschbaum Karsten, Der Tod des Pero Radakovic,
41 Min., Deutschland/Serbien 2000
Ein Jahr nach der Nato-Bombardierung Belgrads und nach fast zehn Jahren Bürgerkrieg treffen sich serbische und deutsche Schauspielstudenten, um in beiden Ländern gemeinsam ein Theaterstück zu erarbeiten. Der Film lässt die Schauspieler über ihre Erlebnisse in Jugoslawien und Deutschland sprechen. Als Metapher gelten die emporgehobenen Hände des Fußballers Pero Radakovic, als Geste der Kapitulation und des Sieges.

Frieß Kathrien (Setdesign), versch. Reg., Der Postbote,
28 Min., Tschechien 2001
Ein Projekt, acht Teilnehmer, bestehend aus Regisseuren und Autoren; der Film zeigt einen Tag im Leben eines Postboten in Prag, der in das Leben einiger Personen verstrickt wird. Der Zuschauer lernt Charaktere/Teilnehmer verschiedener Altersgruppen und Lebenssituationen kennen.

Gieseler Hannes, Schütze Anja, Gesichtspunkte,
72 Min., Deutschland/Indien 2001
Faszination Indien: Ein einfühlsames Porträt über Indien und seine Menschen, erzählt aus der Perspektive von fünf verschiedenen Protagonisten mit unterschiedlichem Background. Die Regisseure waren fünf Monate in Indien unterwegs.

Gosiewski Renate, Fremde Frau,
16 Min., Deutschland 2001
Als Daniel von der Arbeit nach Hause kommt, sitzt auf seinem Sofa eine wildfremde Frau. Sie behauptet, dass die Wohnung ihr gehört. Wem gehört sie tatsächlich? Ein Kampf beginnt, der zu eskalieren droht …

Hagi Michal, Happy New Year (Shana Tova),
18 Min., Israel 2001, Hebr. mit e.U.
Am Abend des jüdischen Neujahrsfests besucht die 14-jährige Ronnie zusammen mit ihrem Vater die krebskranke Mutter im Krankenhaus. Im Flur des Hospitals hat Ronnie eine romantische Begegnung mit einem gleichaltrigen Jungen, der ihr hilft, ihre unglückliche Lage aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Heinzel, Günter, Die Schwerelosen,
70 Min., Deutschland
„Die Schwerelosen“ sind vier Singles, die nicht mehr alleine sein wollen und deshalb beschließen auf Partnersuche zu gehen. Der Regisseur folgt ungezwungen ihren Erzählungen und Wanderungen durch Berlin, bietet ein Kaleidoskop von Lebensentwürfen. Dabei bekommen wir Einblicke in deren Leben und den bizarren, witzigen aber auch rührenden Kontaktversuchen.

Myznikov Valeri & Irina, Syncope,
14,5 Min., Russland 2000
Alexey repräsentiert die „lost generation“; er lebt und handelt anhand eigener Regeln und will frei sein. Doch er wird Zeuge dramatischer Ereignisse, so rettet er einen Jungen vor dem Tod. Der Regisseur will zeigen, dass jeder Mensch eine Mission im Leben zu erfüllen hat.

Myznikov Valeri & Irina, Poet Chesnokov,
15 Min., Russland 2001
Alkohol, Armut und ein Vagabundendasein. Novacek Tomas, 4 Dreams (4 Sny), 18 Min., Tschechien 2000 Vier unterschiedliche Arten von Träumen von vier verschiedenen Filmemachern. Der Kurzfilm handelt über Täume und was sie uns sagen wollen, zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit.

Nowitzky Uli, 13 Jahre Becherhaus,
60 Min., Deutschland 2000
Das Becherhaus ist die höchstgelegene Schutzhütte in Südtirol – 3200 Meter hoch. Uli Nowitzky beschreibt in seinem Film Leben und Alltag der Familie Vantsch während der Saison 2000, die seit 13 Jahren im Hochgebirge das Becherhaus bewirtschaftet.

Rotem Itamar, The ABC’s of football,
25 Min. Israel 2000
Der Film beschreibt auf geniale Art und Weise soziale, politische und kulturelle Probleme der israelischen Gesellschaft anhand des Verhaltens von Fußballfans. Filmstudent Rotem thematisiert in seinem Film 22 Sujets, sortiert nach dem hebräischen Alphabet. Der Film wurde 1998 begonnen, als der konservative Benjamin Netanyahu (Bibi) Premierminister wurde und endet im Jahre 2000 mit dem liberalen Ehud Barak an der Spitze.

Rozkalna Baiba, Shapka (Pi?iks),
7 Min., Lettland 2001
Ein Mädchen in einem gelben Kleid wartet an der Trambahnhaltestelle. Eine gelbe Trambahn fährt ein. Ein Mann, gekleidet in einem grauen Regenmantel, mit einem Hund an der Leine steigt aus …

Sela Eyal, Bulb to go (Dami Gaspada),
16 Min., Israel 2000,
Hebr. mit e.U. Meir möchte unbedingt wieder etwas Licht in sein Leben bringen, auch wenn einige Dinge am besten im Dunkeln aufgehoben sind. Er begibt sich auf die Suche nach einer Glühbirne für seine Nachbarin, eine vergessene Zirkusdarstellerin, die er bewundert. Am Ende seiner Suche findet er heraus, worum es in der Liebe geht.

Sahin Nuray, Die letzte Patrone,
7 Min., Deutschland/Türkei 2000
Ein türkischstämmiger Junge, der in Deutschland aufgewachsen ist, tritt seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr an. Beim Appell wird er mit einem langen zurückliegenden Kriegserlebnis seines türkischen Großvaters konfrontiert, der ihm „seine letzte Patrone“ anvertraut hatte.

Simkova Lucie, The Raven (Havran),
5 Min., Tschechien 2000
Das Gedicht „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe ist 1845 entstanden und stellt eines seiner berühmtesten Werke dar. Er hatte ganze 10 Jahre daran gearbeitet hat. Der Animationsfilm spricht über die Entstehung dieses Gedichtes.

Sinagowitz Gonda-Bastina, Awakening,
8 Min. USA/Deutschland 2000
Im Vordergrund des Films steht die Frage, warum es für missbrauchte Frauen so schwer ist, sich von ihrem Peiniger und Ehemann zu trennen? Der Film thematisiert dieses Trauma auf realistische Weise.

Thomas Marc: Malen mit Licht,
28,50 Min, Deutschland 2001
Ein Experimentalfilm: Malen mit Licht – das ist die Leidenschaft des Chemnitzer Fotografen Dirk Hanus. Er zeichnet im dunklen Raum mit einer Taschenlampe die Konturen nackter Menschen nach, um sie in Schwarz-Weiß festzuhalten. Seit 7 Jahren versucht er so, in die tiefsten Bewusstseinschichten seiner Modelle vorzudringen. Ein Experiment dessen Grenzen er nicht kennt. Nicht kennen will? Noch nicht? Bei seinem Lieblingsmodell Lik erreicht er diese Grenze und überschreitet sie …

Tidrikis Peteris, The footprint tree (Laima Bakiene),
12,48 Min., Lettland 2001
Wo kommen wir her, gibt es ein Leben nach dem Tod und was ist unsere Bestimmung? Diesen existentiellen Fragen geht Tidrikis Pereris nach und versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Fragen, die viele Menschen für sich zu beantworten versucht haben und es noch keinem gelungen ist, die passende Antwort darauf zu finden. Wendrich

Thomas, Der Irre,
53 Min., Deutschland 2001
Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach Verbüßung seiner Strafe entlassen wird und auf der Suche nach seiner Frau ist. Ihm ist klar, dass nur sie, die er so liebt, sein Schicksal besiegeln kann. Dass er Opfer eines medizinischen Versuchs ist, bemerkt er jedoch nicht – mit fatalen Folgen.

Winkler Stephan, Die Halle der Seelen,
45 Min., Deutschland 2001
Nach der Lehre der Kabbala hat die Seele ein vorirdisches Dasein. Es existiert ein Raum in dem sich die Seelen, der noch nicht Geborenen, befinden. P. landet im Alltag. Auf dem Weg zu seiner Entscheidung geboren zu werden, erlebt er auf dem Planet Erde komische Dinge. Wird P. sich entscheiden hier zu bleiben, oder nicht?

Wolf Leuka Maria, Porque el cuerpo me lo pide,
52 Min /Deutschland 2000
„Weil mein Körper danach verlangt“ ist der Titel eines Dokumentarfilms, den die deutsch-spanische Filmemacherin Lenka Maria Wolf vergangenes Jahr in Sevilla drehte. Die Dokumentation kreist um zwei Tänzerinnen und eine Sängerin, die sich mit Leib und Seele dem Flamenco verschrieben haben, darunter eine Japanerin.

Zamir Aurit, 800 Calories (800 Kaloriot),
18 Min., Israel 2001, Hebr. mit e.U.
Daria ißt nicht mehr als 800 Kalorien am Tag. Wenn ihre alte Freundin Hila kommt, ist Daria zwischen ihrer Figur und ihrem Appetit hin- und hergerissen. Zalud Karel, The state of siege (Stav oble?eni), 26 Min., Tschechien Eine ironische Interpretation über den Kapitalismus, veranschaulicht an einem berühmten Schloss in Tschechien, das vermarktet wurde.

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