15.
Tage des unabhängigen Films Mi. 28.11. - So. 02.12.2001
Palästinensisches Programm
Das Palästinensische Programm
Programm 1
Light at the End of the Tunnel
Nazareth 2000 Programm 2
Girnas
News Time Programm 3
Looking Awry
Diary of a Male Whore
The satelite Shooters
Bewegende Bilder aus Palästina. Das palästinensische
Kino ist Ende der 60er Jahre als Kino des Widerstandes, also als politisches
Kino, als Diskussionsbeitrag zu der Frage, was Palästina ist und wie
die Selbstbestimmung gestaltet werden soll entstanden. Bis in die
90er Jahre war es in erster Linie ein Kino des Exils, entstanden in
den arabischen Ländern außerhalb Palästinas.
Nach der Vertreibung der PLO aus dem Libanon durch die israelische
Armee 1982 wurde die Filmabteilung in Tunis, der neuen Residenz der
PLO, nicht wieder aufgebaut. Man ging zu Koproduktionen mit dem Westen
über. Gleichzeitig ist zu dieser Zeit im europäischen und us-amerikanischen
Exil eine andere Richtung palästinensischen Filmschaffens entstanden,
das unabhängige Kino. Das neue an diesen Filmen war, dass sie nicht
mehr nur die Besatzung sondern auch die eigene Gesellschaft und Führung
kritisch hinterfragten.
Erst seit Mitte der 90er Jahre, seit sich in den Westbank und Gaza,
dem Territorium des künftigen Staates Palästina eigene Verwaltungsstrukturen
herausbilden, entstehen die wichtigsten Filmproduktionen in Palästina
selbst. Das Programm gibt einen Einblick in die Themen, die palästinensische
Filmschaffende heute beschäftigen sowie in die Formen der künstlerischen
Umsetzung.
"Light At The End Of The Tunnel" und "Nazareth 2000"
sind Dokumentationen, die sich mit den Auswirkungen der Besatzung
auf die Strukturen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft auseinandersetzen.
"Girnas" beschäftigt sich mit dem Ausbau der Siedlungen
und damit einem wesentlichen Auslöser für die Intifada. News Time
zeigt den Alltag während der Intifada selbst. Die drei kurzen Spielfilme
befassen sich im weitesten Sinne mit Immigration und Assimilation,
Selbst- und Fremdbestimmtheit aus Perspektive der verschiedenen palästinensischen
Bevölkerungsgruppen: in den Westbank, in Israel und in den USA.
Moderatorin und verantwortlich
für das palästinensische Filmprogramm:
Irit Neidhardt
Irit Neidhardt (geb. 1969) hat von 1980
bis 1982 in Israel gelebt. Kontinuierliche Kontakte nach Israel
und Palästina sowie Aufenthalte in den arabischen Nachbarländern.
Studium der Islamwissenschaft (Arabisch), Ethnologie und Politikwissenschaft
in Münster. Sie war Mitbegründerin und bis 1999 Programmleiterin
der Israelischen und Palästinensischen Filmtage Münster. Langjährige
Tätigkeit als Kursleiterin und Referentin, Curriculumentwicklung
und Unterrichtstätigkeit in Hebräisch beim Landesspracheninstitut
NRW, ehemals Leiterin eines Erwachsenenbildungswerkes in Münster.
Lebte 1999/2000 sowohl in Münster als auch in London, wo sie u.a.
Lehraufträge an der School for Oriental and African Studies (SOAS)
und am Morley College hatte. Sie arbeitet heute als freie Kulturwissenschaftlerin,
Kuratorin und Agentin für Nahostkinos mit verschiedenen Einrichtungen
aus Weiterbildung und Kultur.
Das Palästinensische Programm
Programm 1
Light at the End of the Tunnel
Nazareth 2000 Programm 2
Girnas
News Time Programm 3
Looking Awry
Diary of a Male Whore
The satelite Shooters