Filmfest Augsburg 2001

15. Tage des unabhängigen Films
Mi. 28.11. - So. 02.12.2001

Werkschau Frank Beyer

Die Werkschau zeigt folgende Filme:

Königskinder (1962) weiter
Nackt unter Wölfen (1963) weiter
Karbid und Sauerampfer (1964) weiter
Spur der Steine (1966) weiter
Jakob der Lügner (1974) weiter
Geschlossene Gesellschaft (1978) weiter
Der Aufenthalt (1983) weiter
Der Bruch (1989) weiter
Nikolaikirche (1995) weiter


Wenn einer den Bundesfilmpreis für sein Gesamtschaffen erhalten hat, aus dem Osten Deutschlands zumal, sollte das Anlass sein, sich mit seinen Filmen einzulassen. Denn dieser Preis wird nicht aus Jux und Tollerei verliehen, sondern für Leistung und Werk.

Er würdigt Frank Beyers Arbeiten als Bestandteil des deutschen Films in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. So selbstverständlich, wie es den Anschein hat, ist solche Haltung im Deutschland von heute nicht. Wie das Werk zustande kam und welchen Preis es einforderte, ist nachzulesen in Beyers Autobiografie "Wenn der Wind sich dreht. Meine Filme, mein Leben", erschienen bei Econ, München, 2001.

Frank Beyer gehört zu den wichtigsten Regisseuren der DEFA. Seine Filme gründen auf starken Geschichten und zielen auf ebenso starke Emotionen beim Zuschauer, wobei ihnen "ein entschiedener Mangel an wohlfeilem Pathos und oberflächlicher Sentimentalität" (Hans C. Blumenberg) eigen ist. Beyer steht für die Erneuerung des DEFA-Films in der ersten Hälfte der sechziger Jahre. Es ist eine Art Film, nach Beyers eigenen Worten, "offen politisch und eingebettet ins Panorama der Zeit Geschichten zu erzählen".

Seine Schauspieler laufen bei ihm zur Hochform auf und geben einem neuen deutschen Film in seiner Ost-Version Gesicht: Erwin Geschonneck, Manfred Krug, Armin Müller-Stahl, Ulrich Thein, Jutta Hoffmann, Sylvester Groth und viele andere. Beyer steht in den Traditionen realistischen Erzählens, wie sie im ostdeutschen Film Konrad Wolf und im westdeutschen Film Bernhard Wicki verkörpern. Dabei ist er thematisch und stilistisch vielfältig. Ob poetischer Realismus, Road-Movie oder psychologische Studie, ob Gegenwartsstoff oder Auseinandersetzung mit der Zeit des Faschismus, immer geht es um scharfe Konflikte und Menschen in Entscheidungssituationen, um den Umgang mit Widersprüchen, um Menschenwürde. Und immer geht es um die Chance, Menschen ins Kino zu kriegen. "Wenn man für einen Stoff brennt, soll man ihn machen. Man sollte nie einen Film machen, für den man nicht brennt. Das ist eine Binsenweisheit, aber wieviel Filme entstehen bei uns noch, für die nie jemand gebrannt hat, weder der Autor noch der Regisseur noch irgendein Zuschauer." (Beyer, 1960)

Ein Probat darauf, ob auch das heutige Publikum für Frank Beyers Filme entbrennt, bietet die Werkschau seiner Filme auf den Tagen des unabhängigen Films in Augsburg 2001.

Die Werkschau zeigt folgende Filme:

Königskinder (1962) weiter
Nackt unter Wölfen (1963) weiter
Karbid und Sauerampfer (1964) weiter
Spur der Steine (1966) weiter
Jakob der Lügner (1974) weiter
Geschlossene Gesellschaft (1978) weiter
Der Aufenthalt (1983) weiter
Der Bruch (1989) weiter
Nikolaikirche (1995) weiter

   

Programm TuF

 
  Home
Bilder
Informationen
Programm
Veranstalter


Filme A-Z
Zeittafel
Programme
Werkschau

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 

Neue Szene Augsburg