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Filmtage Augsburg 2002
16. Tage des unabhängigen Films/
Days of Independent Film:
24.11. - 30.11.2002

Spielplan - Anna, ich hab Angst um dich
So, 01.12.02, 19.00 Uhr, Thalia

Anna, ich hab Angst um dich
Beschreibung

Der Film schildert das Leben von Anna Pröll (geb. Nolan).

Anna Pröll leistete während der Zeit des Nationalsozialismus aktiven Widerstand und wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt. Sie war deswegen im Gefängnis Aichach und im Konzentrationslager Moringen inhaftiert.

Der Film schildert ihr Leben in ergreifender Weise. Neben Interviews mit Anna Pröll werden verschiedene Leidensgefährtinnen von ihr befragt und gemeinsame Erlebnisse herausgestellt. Die Erzählungen der beteiligten werden durch viele Originaldokumente untermalt.

Im Film wird die damalige Lebenssituation in den Augsburger Textilvierteln veranschaulicht, in denen Anna Pröll aufgewachsen ist. Der Vater von Anna war Webmeister. Auch er leistete Widerstand und wurde deswegen im Konzentrationslager Dachau ermordet. Die Mutter, Rosa Nolan, wurde mehrmals im Gestapogefängnis „Katzenstadel" in Augsburg eingesperrt.

Als Anna ihren späteren Ehemann Josef kennenlernt erlebt sie auch in dessen Familie die Auswirkungen der Verfolgung von Nazigegnern. Josef Pröll überlebt die Konzentrationslager Dachau, Natzweiler und Buchenwald und beteiligt sich dort als Mitglied des Illegalen Lagerkollektivs an den Befreiungsaktionen. Sein Bruder Alois stirbt im Konzentrationslager Dachau nach einer „Gestapo-Sonderbehandlung". Sein Bruder Fritz Pröll nimmt sich nach langjähriger KZ-Haft im Konzentrationslager Buchenwald / Dora das Leben. Die Mutter der Pröll’s kommt bei einem Bombenangriff in Augsburg ums Leben.

 




Anna, ich hab Angst um dich
Filmdaten

Land: Deutschland 2001
Länge: 88 Min.
Sprache: Deutsch
Regie: Josef Pröll
Wissenschaftliche Bearbeitung und Assistenz: Wolfgang Kucera


Anna, ich hab Angst um dich
Regie: Josef Pröll
Wissenschaftliche Bearbeitung und Assistenz: Wolfgang Kucera

Josef Pröll

Ist 1953 geboren und der Sohn von Anna Pröll. Er ist von Beruf technischer Betriebsinspektor und beschäftigt sich seit seinem 16. Lebensjahr mit Film- und Tontechnik . Als Dokumentarfilmer drehte er 1983 den Film „Vorwärts und nicht Vergessen“, der den Augsburger Widerstand gegen das NS-Regime beeindruckend und lebendig darstellt. Den Zuschauern wurde damit zum ersten Mal die ganze Bandbreite des Widerstandes im Raum Augsburg bewusst. Als „Geschichte zum Anfassen“ wurde der Film von vielen bezeichnet. Er fand in der Öffentlichkeit große Beachtung. 1985 erhielt Josef dafür den Otto-Brenner-Kulturpreis der IG Metall.

Josef beschäftigt sich mit dem Thema Widerstand und Verfolgung von 1933 bis 1945 seit vielen Jahren intensiv. Heute ist er auch Mitglied im Präsidium der Lagergemeinschaft Dachau für die BRD e.V. und in der Geschichtswerkstatt Augsburg ehrenamtlich aktiv. Durch den ständigen Umgang mit Computertechnik und der damit verbundenen Weiterschulung als Anwendungsprogrammierer arbeitet er heute auch mit den neuen Möglichkeiten Bild und Ton digital zu bearbeiten. Josef ist Mitglied der a.g.dok (Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm).

Wolfgang Kucera

Ist 1959 geboren und hat nach einer technischen Ausbildung Geschichte studiert. Seit 1994 arbeitet er als Historiker und Bildungsreferent. Er ist Gründungsmitglied der Geschichtswerkstatt Augsburg. Er publiziert über Nationalsozialismus, Arbeits- und Stadtgeschichte. Zuletzt organisierte und gestaltete er Ausstellungen zum Thema bayerische Gewerkschaftsgeschichte.

Wolfgang Kucera war mit der Konzeption des Computerspiels „Super Toni" befaßt, das mit dem EMMA-Award 1997 (Category Education & Home Learning-Adult) ausgezeichnet wurde, und war Mitarbeiter am Dokumentarfilm „Acht Stunden sind kein Tag. Gewerkschafter erzählen ihre bayerische Geschichte" des Bayerischen Rundfunks (1997), sowie an einem Kurzfilm über den Streik in der bayerischen Metallindustrie 1954 (1997).


Link 16. Tage des unabhängigen Films: Anna, ich hab Angst um dich

Filmbeschreibung im pdf-Format: [go]
Zur Homepage: [go]

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