| >>
ZU SEHEN AM
Fr, 28.11. - 08.30 Uhr im Mephisto
mit Begeleitseminar der Bundeszentrale für politische
Bildung
“Eigentlich sollte es ein Film über die Mildtätigkeit
Gottes werden, doch dann nahm die Realität ihren
Lauf und er wurde etwas ganz Anderes. Es wurde ein Film
über zwei Kinder, Lilja und Volodya, die in einem
Land leben, das einst ein Teil der mächtigen Sowjetunion
war und das jetzt in Trümmern liegt.
Es wurde ein Film über das Verlangen, woanders
zu sein, alles zurückzulassen, darüber, allein
zurückgelassen zu werden, über reiche Leute,
die glauben, daß man alles kaufen kann, über
arme Leute, die dazu gezwungen sind, ihren ganzen Besitz
zu verkaufen (außer ihrem Herzen), über Dinge,
die weit entfernt passieren und über Dinge, die
auf der Strasse, in der ich lebe, passieren, über
Hustensaft und Klebstoff, über Basketball, über
Britney Spears, darüber, wie man seinen Namen in
eine Sitzbank ritzt, damit alle sehen können, daß
man existiert, darüber, wie es ist, wenn man angespuckt
wird, über das Aufgeben, über den Tod, über
eine Freundschaft, die niemals enden wird, über
eine Kerze, die nie verlöschen wird. Und vielleicht
auch ein bisschen über die Mildtätigkeit Gottes
– trotz der Tatsache, dass Gott ja niemals auf
Liljas Gebete antwortet.” Lukas Moodysson.
Ein trister Vorort irgendwo in der ehemaligen Sowjetunion.
Der Traum der 16jährigen Lilja von einem besseren
Leben in Amerika zerplatzt jäh. Die Mutter begleitet
ihren neuen Freund allein in die USA – und überlässt
Lilja sich selbst. Ihr bleibt nur das vage Versprechen,
dass die Mutter sie irgendwann nachholt.
Lilja versucht zunächst, ihr altes Leben aufrecht
zu erhalten. Sie geht zur Schule, trifft Freunde und
sie wartet auf Post aus Amerika – vergeblich.
Ohne Geld und ohne richtige Unterkunft – die Wohnung
ist längst von einer alten Tante beschlagnahmt
- findet sich Lilja schon bald in einer ausweglosen
Situation wieder. Ihr einziger Freund bleibt der 11jährige
Volodya. Um an Bargeld zu kommen, ist Lilja gezwungen,
sich gelegentlich zu prostituieren.
Doch dann trifft Lilja Andrei, der in ihr neue Hoffnung
weckt. Er will sie mit nach Schweden nehmen und ihr
dort einen Job besorgen. Volodya ist eifersüchtig
und skeptisch – aber Lilja packt ihre Sachen.
Nun ist sie es, die ihren Freund zurücklassen muss.
Und plötzlich sitzt sie im Flugzeug nach Schweden,
ohne zu wissen, was passieren wird...
|