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ZU SEHEN AM
Do, 27.11. - 21.45 Uhr im Savoy
So, 30.11. - 20.00 Uhr im
Stadtwerkesaal (Hoher Weg)
Nominiert für den Europäischen Filmpreis 2003.
Der Film läuft im Anschluss an die Filmtage im
regulären Kinoprogramm in Augsburg.
St. Petersburg.
Eine Frau sammelt frisch gefallenen Schnee,
Strassenwischerinnen wirbeln Staub auf
und das Liebespaar stolpert in die Pfütze.
Eine Chronik des Absurden.
Während eines Jahres filmte Kossakowski, was sich
vor dem Fenster seiner Wohnung in St. Petersburg abspielte,
wobei er den Regeln des Zufalls folgte. “Tishe!”
(Pssst!) ist inspiriert von E.T.A. Hoffmanns Novelle
„Meines Vetters Eckfenster“ aus dem Jahr
1822. Diese erzählt von einem gelähmten Mann,
der nichts anderes zu tun hat, als das Alltagsleben
unter seinem Fenster zu beobachten. Allerdings sagt
Kossakowski auch gerne, das erste Bild der Geschichte
der Fotografie von Nicéphore Niépce aus
dem Jahr 1826 habe ihn zu diesem Film veranlasst.
Die Jahreszeiten kommen und gehen wie die Passanten,
die Tage und Nächte geben dem Raum sein je anderes
Gesicht, der Strassenbelag wird durch geplatzte Wasserleitungen
aufgebrochen, und Arbeiter beheben regelmässig
die Schäden. Anhand von scheinbar belanglosen Ereignissen
lädt uns der Filmemacher bis zur letzten –
wunderbaren – Szene zu einer Offenbarungsfeier
des Alltags ein.
“Tishe!” (Pssst!) ist eine realistische
Komödie, deren besonderer Reiz darin liegt, dass
sie sich in eine mit dem Surrealismus flirtende, abstrakte
Erzählung verwandelt. So öffnet sich denn
das Fenster in dieser Strasse in St. Petersburg, der
Stadt mit der strahlenden Vergangenheit und der chaotischen
Gegenwart, auf zahlreiche andere Strassen der ganzen
Welt.
Jean Perret, Visions du Réel 2003
Anmerkungen des Filmautors
„Während des Drehs spürte ich, dass
ich das Glück hatte, mich selbst zu sein, weil
ich tat, was ich am liebsten tue: interessante oder
schöne Dinge beobachten. Du weisst nie, was geschehen
wird. Du nimmst die Kamera, schaust zum Fenster hinaus
und vielleicht geschieht in der nächsten Sekunde
etwas Fantastisches, vielleicht auch nicht. Du gibst
Dich dem Zufall hin, Deinen Gefühlen und Deiner
Intuition. Ein Film sollte die Gedanken und Gefühle
vermitteln, die Du während des Filmens gegenüber
Deiner Umwelt hast. Weisst Du im voraus, was Du sagen
willst, dann gibt es keinen Grund, einen Film zu machen.“
Wiktor Kossakowski
Pressestimmen
„Achtzig Minuten reine Poesie. Ein Abbild des
Lebens. Nachdenken über das Leben.“
Lars Movin, DOX Documentary Film Magazine, Kopenhagen
„Unter dem Blick von Kossakowski, der dem Buster
Keaton ähnelt, erscheint die Welt als absurdes
Strassentheater mit metaphysischen Fallgruben. Ein minimalistisches
Meisterwerk.“
Thomas Allenbach, Der Bund, Bern
„Was Iosseliani an Absurdität inszeniert,
hier ist es Dokument, ‚Rear Window’ zur
Vorderfront hinaus.“
Peter W. Jansen, Filmbulletin, Winterthur
„Der Dokumentalist liebt die Sensation des Alltäglichen.
Gestalten und Situationen evozieren Geschichten zwischen
Poesie und Rohheit.“
Regula Heusser-Markun, Neue Zürcher Zeitung, Zürich
>> English
Nominated for the European Film Award 2003.
A street in St. Petersburg:
An elderly woman collects freshly fallen snow,
street sweepers stir up the dust and
two young lovebirds stumble and fall into a puddle.
A chronicle of the absurd.
Over a period of one year, Kossakovsky has filmed the
events that took place under the window of his St. Petersburg
apartment, according to rules that were essentially
determined by chance.
“Tishe!” (Hush!) is inspired by the short
story “My Cousin’s Corner Window”,
written by E.T.A. Hoffmann in 1822, the story of a paralysed
man who uses his vast amounts of spare time to observe
everyday life through his window. Victor Kossakovsky
also likes to explain that the idea for his film was
triggered off by the world’s first photography,
taken by Nicéphore Niépce in 1826 from
a window of his house in France.
In “Tishe!” (Hush!), the seasons and the
passers-by come and go, day and night transform the
scenery, pipe problems cause the asphalt to burst, and
workers regularly come by to patch up the damage. Taking
us through apparently trivial little scenes all the
way to the last one, which is truly astonishing, the
filmmaker produces a true epiphany of everyday life.
“Tishe!” (Hush!) is a realistic comedy that
becomes an abstract and almost surrealist tale. The
window no longer opens onto a street in St. Petersburg,
that city with a grand past and a chaotic present, but
onto all streets in the world.
Jean Perret, director of Visions du Réel film
festival 2003
Director’s Statement
“During the making of the film, I felt I was really
being given the chance to be myself, because this time
I’m only doing what I like doing best, which is
observing interesting or beautiful subjects. You never
know what will happen. You pick up your camera and look
out of the window, and maybe something fantastic will
happen in the next second, maybe not. You give yourself
up to chance and your emotions and your intuition. A
film ought to consist of everything you think and feel
about the world at the time you’re making the
film. If you know in advance what you want to say, there’s
no reason to make a film.”
Victor Kossakovsky
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