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Filmtage Augsburg 2003

17. Tage des unabhängigen Films/
Days of Independent Film:
24. November - 30. November 2003

Fokus: In America
Ken Park
Kunst - oder was die Zensoren junge Menschen nicht sehen lassen wollen?
Achtung ! Kein Film für sanfte Gemüter.

>> ZU SEHEN AM
Mi , 26.11. - 21.00 Uhr im Thalia


Der Film beginnt mit der temperamentvollen Skateboard-Fahrt eines männlichen Jugendlichen durch die kalifornische Kleinstadt Visalia, während der Soundtrack den Punkrock in seinem Walkmann spielt und ihm in der Half- Pipe der Kopf abgerissen wird. Leben und Sterben dieses jungen Mannes namens Ken Park geben die Rahmenhandlung und den Titel ab für eine Story, die eigentlich mehr Zustandsbeschreibung als Geschichte ist. Skandalregisseur Larry Clark mit einer Schilderung voller Schweiß, Blut und Sperma, dem sexuellem Missbrauch, dem Abgrund aus kaputten Familienverhältnissen und völliger Entfremdung. Wobei, wie im echten Leben, natürlich nicht alles schrecklich ist. Co-Regisseur und Kameramann Ed Lachman taucht viele Szenen in ein mildes, warmes Licht und lässt mitten im ganz normalen Wahnsinn immer wieder Schönheit aufblitzen

Es ist einer von diesen Filmen, bei denen man als Zuseher stets das Schlimmste erwartet. Schließlich beginnt "Ken Park" gleich mit einer Szene, wo sich der minderjährige Titelheld auf einer Halfpipe den Kopf wegbläst. Der schockierende Auftakt für ein vorstädtisches Pandämonium aus Inzest, autoerotischen Strangulationen und Mord, einen Film, in dem die Traumata sämtlicher Nü Metal-Schreihälse und Eminems dieses Planeten verarbeitet scheinen. Das Aufwachsen in der Familie als Brutstätte seelischer Verwundungen. Die gepflegten Vorgartensiedlungen von Suburbia als Vorhölle.

"Bully", der weniger explizite, aber sogar noch intensivere Vorgängerstreifen des Ex-Fotografen Larry Clark, spielte in einer ähnlichen Umgebung. Einem wahren Kriminalfall folgend, zeichnet der Regisseur darin ein so eindringliches Stimmungsbild kalifornischer Middleclass-Jugendlicher zwischen Sex, Drogen und Totschlag, dass es der Film erst gar nicht in die Kinos schaffte.

Den Londoner Filmfans blieb der Filmstart verwehrt, nachdem Larry Clark sich mit seinem dortigen Verleiher ein wildes Handgemenge geliefert hatte. Der Grund: Der Chef von Metro-Tartan-Films hatte sich beim Abendessen über den elften September amüsiert und gemeint, der Vorfall hätte den Amerikanern nur gut getan. Eine Aussage, die den Regisseur zu einem Sprung über den Tisch animierte und einer Reihe von Faustschlägen.

Kontroversen ist der Mittfünfziger Clark seit seinen legendären Fotobänden "Tulsa" (1971) und "Teenage Lust" (1983) gewohnt. Deren pornografische Direktheit wurde zwar von Kritikern als wichtigster Einfluss auf die moderne, rohe Fotografie gefeiert, brachte den Mann hinter der Kamera aber als Kunstpäderasten in Verruf. Ein Stigma, das vom Kinoerstling "Kids" noch zementiert wurde. Larry Clark, ein dirty old man, der mit seiner Kamera den intimsten Momenten junger Menschen hintererhechelt, lautet seitdem das gängige Medienklischee.

"Ich bin jetzt seit vierzig Jahren Künstler, und die meisten meiner Arbeiten haben einen autobiografischen Zugang", wehrt der Regisseur ab, dem die Spuren seiner Outlaw-Vergangenheit ins zerfurchte Gesicht geschrieben sind. "Ich war im Gefängnis, habe auf jemanden geschossen, habe mir jede Menge Dope gespritzt. Bei 'Kids' war meine Motivation, dass ich alle bisherigen Filme über Jugendliche Scheiße gefunden hatte. Diesmal war die Herangehensweise ähnlich."

"Ken Park" zeigt bisher am ungeschöntesten, worum es dem Filmemacher jenseits aller Vorwürfe wirklich geht: um den Abgrund aus kaputten Familienverhältnissen, sexuellem Missbrauch und völliger Entfremdung, der unter seinen jungen Protagonisten klafft.

 

>> English

What VARIETY thinks:
"The picture begins with the title character blowing his brains out one sunny day at a park. Then there's a teenage boy graphically servicing his girlfriend's mom; the "good girl" daughter of a Bible-quoting dad who's really a bondage-loving nympho; the autoerotic asphyxiation freak who masturbates in loving close-up before stabbing his grandparents to death in their bed; and the drunken macho father who sexually assaults his sleeping son. Exploitative, deliberately provocative pornography? Courageous revelation of the secret life of teens? Calculated sensationalism? Telling it like it is? These are the arguments that will inevitably cause fur to fly anywhere in the vicinity of "Ken Park," a sexually explicit slab of teenage ennui from that self-proclaimed expert on the skateboard set, Larry Clark, working this time in tandem with ace cinematographer Ed Lachman. Beautifully crafted but emotionally dispiriting and alienating in its insistence on spotlighting only the negative aspects of life, this Euro-financed contribution to contempo Americana resembles certain recent French films in its unblinking depiction of raw sex. With attention-grabbing controversy and a measure of critical praise in store, international sales will be strong to territories without censorship restraints, and an enterprising U.S. distrib could generate decent mileage with the film as an unrated specialized attraction."


 

 




 

Ken Park
Filmdaten

USA 2003, 96 Min.
Regie: Larry Clark, Ed Lachman
Regie/Kamera: Larry Clark, Ed Lachman
Buch: Larry Clark, Harmony Korine
Schnitt: Andrew Hafitz
Darsteller: Adam Chubbuck, James Ransone, Tiffany Limos, Stephen Jasso, James Bullard, Mike Apaletegui



Ken Park
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Bild 1

Bild ist Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Filmverleihs.

 

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