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ZU SEHEN AM
Mi , 26.11. - 19.00 Uhr im Mephisto
Do, 27.11. - 17.00 Uhr im Thalia
Sa, 29.11. - 17.00 im Savoy
Lost in Translation spielt in Tokyo, wo ein alternder
Schauspieler, Bob Harris, Werbeaufnahmen für eine
Whiskysorte macht. Im Hotel begegnet er Charlotte: Sie
hat eben ihr Philosophiestudium abgeschlossen und begleitet
ihren Ehemann, einen Fotografen, der für Charlotte
weder Augen noch Zeit hat. So entsteht ein Freiraum,
in dem sich Bob und Charlotte allmählich näher
kommen.
Ihre wachsende Vertrautheit kontrastiert mit den vielfältigen
Formen der Entfremdung: Tokyo erscheint wie eine Zauberwelt,
hypermedialisiert, voller Spiegelungen, Displays, Leuchtreklamen
und Virtual-Reality-Salons, in denen an Spielkonsolen
angeschlossene Kids wilde Bewegungen aufführen.
Die Figuren können nicht anders als mit Staunen
darauf reagieren. Auch wenn sie sich oft in ihre Hotelzimmer
zurückziehen und die Stadt aus der sicheren Distanz
des 15. Stockwerks betrachten, bleibt Coppolas Blick
auf die japanische Fremde doch immer voller Zärtlichkeit:
Weder ist er überheblich, noch gibt er die japanischen
Alltagsriten und Gepflogenheiten der Lächerlichkeit
preis.
Und das Wunderland Tokyo ist nur die eine Seite der
Entfremdung. Die andere ist, dass Lost in Translation
auch das Vertraute unheimlich macht. Charlotte erkennt
ihren Ehemann nicht wieder, und wenn Bob mit seiner
Frau telefoniert, ist sie eine Fremde. Die Dinge spielen
ihnen ohnehin unentwegt Streiche: eine Duscharmatur
zum Beispiel oder ein Laufband im hoteleigenen Fitnessraum,
mit dem Bill Murray einen tollen Tanz vollführt.
Das Schönste an Lost in Translation ist, dass Coppola
die Begegnung von Bob und Charlotte nicht in die Enge
der Bettlaken drängt. Der Film entwirft stattdessen
eine vielgestaltige Landschaft der Gefühle, in
der Freundschaft, Zärtlichkeit und Begehren gleichermaßen
vorkommen. (Cristina Nord)
SOFIA COPPOLA
Geboren 1971. Arbeitet als Fotografin und Stylistin
im Bereich Mode und entwirft die Kostüme für
die Episode ihres Vaters Francis Coppola in New York
Stories (1989) und für The Spirit of 76 von Lucas
Reiner. Ihr Leinwanddebüt feiert sie 1972 als (männliches)
Baby in der Taufszene von The Godfather, später
ist sie in Peggy Sue Got Married (1986) und The Godfather
III (1990) zu sehen. Mit The Virgin Suicides (1999,
VIENNALE 2000) realisiert sie ihr weltweit beachtetes
Langfilmdebüt. Lost in Translation ist ihr zweiter
Spielfilm.
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