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Die syrische Braut

Israel, Deutschland, Frankreich 2004 - Regie: Eran Riklis - Darsteller: Hiam Abbass, Makram J. Khoury, Clara Khoury - Fassung: 35mm - Länge: 97 min.

Monas Hochzeitstag wird der bewegendste Tag ihres Lebens sein: Sie lebt mit ihrer Familie auf dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen und heiratet auf „die andere Seite der Grenze“ nach Syrien. Ihr Bräutigam wird ein entfernter Verwandter, der syrische TV-Star Tallel, sein.

Sobald Mona jedoch einmal nach Syrien eingereist ist, wird sie nie wieder israelisches Territorium betreten können. Das heißt, sie muss sich heute für immer von ihrer geliebten Familie verabschieden. „Die syrische Braut“ ist ein Film über physische und emotionale Grenzen und die Kraft, diese zu überschreiten.

 

Festival:

BESTER FILM & PUBLIKUMSPREIS, MONTREAL 2004 PUBLIKUMSPREIS LOCARNO 2004

Hintergrund:

Der Film wagt einen tieferen Blick in eine Region,
die unter Feindseligkeit, Gleichgültigkeit und Bürokratie eidet — den Mittleren Osten. Um die Gratwanderung der Frauen zwischen Familie, Tradition und Grenzen besser beleuchten zu können, schloss sich der Regisseur Eran Riklis mit der palästinensisch-israelischen Drehbuchautorin Suha Arraf zusammen.

Suha Arraf ist eine profunde Kennerin der arabischen und drusischen Welt, nimmt aber
selbst einen modernen, progressiven Standpunkt
ein.

Die Dreharbeiten fanden von November 2003 bis
Januar 2004 in der Nordhälfte Israels statt und
führten das Team von Originalschauplätzen in den
Golanhöhen über die Vororte Jerusalems und Haifas nach Tel Aviv in eine stillgelegte Grundschule, in der Innenaufnahmen einer Polizeikaserne gedreht wurden. Die im Film ausführlich gezeigte Grenze mit Stacheldraht und UN-Zone musste an anderer Stelle nachgebaut werden. Alle Schauspieler sind Israelis palästinensischer Abstammung, mit Ausnahme eines drusischen Schauspielers (die Drusen haben im übrigen keine Theater- oder Kinotradition) sowie der Schauspielerin Hiam Abbass, die palästinesisch-israelischfranzösische Wurzeln hat.

Das Team setzte sich aus israelischen Juden und
Arabern, Deutschen und Franzosen zusammen.
Schnell ergab sich eine freundliche, sehr professionelle Atmosphäre, bei der man den Israelis die lange Erfahrung im Dreh nach amerikanischem System anmerkte: bis zum Beginn der Intifada wurden regelmäßig amerikanische Großproduktionen im Land gedreht.

Pressestimmen:

Regisseur Eran Riklis verbindet die privaten Konflikte innerhalb dieser Familie mit den politischen Unmöglichkeiten des besetzten Landes. Er konzentriert sich ganz auf die Konstruktion der Geschichte, führt die groteske Politik Israels und Syriens am Grenzübergang vor: Regeln, die das Zusammenleben der Bevölkerung ordnen sollen, werden ad absurdum geführt. ... Die syrische Braut ist ein politischer Film, der sich mit den Auswirkungen der zwischenstaatlichen Entscheidungen auf das Privatleben der betroffenen Menschen auseinander setzt und diese auf unspektakuläre, aber sehr wirkungsvolle Weise kritisiert.
critic.de

Das höchst lebensnah anmutende, preisgekrönte Drama und Plädoyer für Grenzüberschreitung singt ein traurig-komisches Lied vom traditionellen Familienleben in politisch brisantem Umfeld und den daraus resultierenden Widrigkeiten.
live-magazin.de

Dennoch ist "Die Syrische Braut" kein trauriger Film. Sensibel und humorvoll fängt Eran Riklis die Energie und Warmherzigkeit ein, mit der die Familienmitglieder, vor allem die Frauen, das komplizierte Schicksal meistern. Immer wieder entdeckt er Zärtlichkeiten, Atempausen und Möglichkeiten der Selbstbestimmung. Kleinste Freiräume inmitten der scheinbaren Ausweglosigkeit, die Hoffnung machen. programmkino.de