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Filmtage Augsburg `05

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Route 181

Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland 2003 - Regie: Eyal Sivan, Michel Khleifi - Fassung: 35mm, OmdUt- Länge: 270 min.

Fragmente einer Reise in Palästina-Israel - Einführung und Moderation: Irit Neidhardt.

Der erste Film in palästinensisch-israelischer Co-Regie. Er wurde im November 2003 fertig gestellt und seitdem auf zahlreichen Festivals präsentiert.

ROUTE 181 eröffnet eine ungewöhnliche Perspektive auf die Bevölkerung in Palästina-Israel, eine gemeinsame Vision eines Palästinensers und eines Israelis. Im Sommer 2002 sind sie zwei lange Monate gemeinsam durch ihr Geburtsland gereist, sie haben ihre Strecke auf einer Karte aufgemalt und sie ROUTE 181 genannt. Diese virtuelle Linie markiert die Grenzen der UN-Resolution 181 vom 29. November 1947, nach der Palästina in zwei Staaten geteilt werden sollte.


 


Auszeichnung:

G roßer Preis Festival international du film des droits de l’homme
.

Hintergrund
:

Bereits 1947 wurde die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat als einzig realistische Lösung zur Verhinderung blutiger Auseinandersetzungen zwischen den dort lebenden Juden und Arabern angesehen. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloss laut Resolution 181 die Beendigung der britischen Mandatsherrschaft über Palästina durch Aufteilung des Gebiets unter der jüdischen Minderheit und der arabischen Mehrheit und Gründung zweier unabhängiger Staaten. Doch nur einer entstand: Israel, während der Palästinenserstaat noch Zukunftsmusik ist.

Die beiden Filmemacher reisen entlang der von den Vereinten Nationen festgelegten Grenze, die aber immer nur auf dem Papier stand. Ihrer Meinung nach bildete diese unsinnige internationale Entscheidung die Grundlage dafür, dass die ersten Mauern zwischen den beiden Völkern errichtet wurden. Von der jüdisch-arabischen Stadt Lod nahe dem Tel-Aviver Flughafen bis zur Umgebung von Jerusalem (die UNO hatte im November 1947 auch die Internationalisierung Jerusalems beschlossen!) folgen sie dieser imaginären Demarkationslinie im Zentrum des Landes. Eine Reise mit Behinderungen und Absurditäten aller Art: Straßensperren, sinnlosem Warten und Gewalt. Was vermag der Film in einer so verzweifelten und aussichtslosen Lage? Immerhin verdankt er seine Entstehung der Zusammenarbeit zwischen einem Palästinenser und einem Israeli, die angesichts der ansonsten vorherrschenden Perspektivlosigkeit beispielhaft ist.
arte

Pressestimme:

Die Fundstücke fügen sich zum einzigartigen epischen Zustandsbericht dieses zerrissenen, vernarbten und nicht zur Ruhe kommenden Landes. Geschichte und Gegenwart lassen sich mittlerweile kaum noch von der Unzahl an unterschiedlichen Deutungen und ideologischen Vereinnahmungen trennen. Sicherlich bietet der Film keine simple Lösung für den Nahostkonflikt, doch er macht den ersten, wichtigen Schritt in Richtung Aussöhnung, indem er sich als "Wahrheitskommission" nach südafrikanischem Muster begreift. Und dazu gehört, daß Khleifi und Sivan nicht nur zuhören, sondern auch unbequeme Fragen stellen.
Der Schnitt