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Filmtage Augsburg `05

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Zeit für Veränderungen

Dänemark 2004 - Regie: Lotte Svendsen - Darsteller: Kirsten Lehfeldt, Waage Sandø, Helle Dolleris - Fassung: 35mm, OmdUt - Länge: 100 min.

Hier wird von Menschen erzählt, für die es an der Zeit ist, neue Wege einzuschlagen. Sei es für den Psychiater, der seinen geliebten Rotwein im Keller trinken muß, könnte er doch sonst die Möbel bekleckern; sei es für den allerletzten Marxisten, der eine Party ausrichtet, zu der dann niemand kommt...

Die innere Leere einer auf Oberflächlichkeit fixierten Wohlstandgesellschaft auf komisch satirische Weise zu entlarven. Das ist Lotte Svendsen mit ihrem Film brillant gelungen: Anhand von vier verbundenen Schicksalen zeichnet sie ein vielschichtiges Bild des heutigen Dänemark. Da gibt es die schüchterne Inge, die nach einem neuen Lebensinhalt sucht und sich schließlich zur Weltmeisterschaft im Pfahlsitzen anmeldet.

Inges Psychiater Erik ist passionierter Rotweintrinker. Doch darf er seiner Leidenschaft nur im Keller seines Hauses frönen, weil seine Frau Angst hat, er könne die teuren Möbel beflecken. Dann ist da noch Svend, der „letzte überlebende Marxist“, der eine Party organisiert, zu der niemand kommt. Und IT-Ingenieur Jens vereinsamt in seiner teuren Designerwohnung, während er heimlich seine Nachbarin Gry anbetet.

Alle diese Menschen treffen sich auf die eine und andere Weise innerhalb einer Woche und beeinflussen ihre Lebensläufe gegenseitig. In der grotesken Zeichnung einer Gesellschaft, der das Mitgefühl abhanden gekommen ist, ist der Film ebenso überzeugend wie in seinem köstlichen Humor und seiner warmen Menschlichkeit.

 


Regie:

Regisseurin Lotte Svendsen wurde 1968 geboren und ist vielfach künstlerisch tätig. Vor einem Regiestudium an der Dänischen Filmschule, das sie 1995 abschloss, schrieb und inszenierte sie für das dänische Fernsehen. Sie war Autorin und Regisseurin der Theaterproduktion „Emmas Dilemma“ und hat zahlreiche Kurzfilme gedreht. Darunter gewann „Royal Blues“ 1997 den Großen Preis des Filmfestivals in Odense sowie einen dänischen Filmpreis „Robert“. Mit der Tragikomödie „Bornholms stemme“ über das Leben der Fischer auf der Insel Bornholm drehte sie 1999 ihr Spielfilmdebüt. Dies ist ihr zweiter Film fürs Kino.

Pressestimme:

Lotte Svendsen versteht es, die bittere Medizin auf Zuckerstückchen zu servieren. Wenn die tragischen Helden auf ihrer Suche nach dem Liebesglück, Anerkennung oder Lebenssinn sich in immer unmöglichere Situationen bringen, darf man lachen. Aber nie werden die Figuren selbst der Lächerlichkeit preisgegeben, auch wenn ihr Handeln lächerlich ist. Ihre Verzweiflung macht sie menschlich, ihre Sehnsucht sympathisch. So freut man sich über den Silberstreif am Horizont, der für einige der Helden sichtbar wird.
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